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Wenn Sonnenlicht Bilder macht: Cyanotypie im Kunstunterricht

Im Kunstunterricht der 8. Klassen stand in diesem Schuljahr ein besonderes Projekt auf dem Programm: Die Schülerinnen und Schüler setzten sich mit der historischen fotografischen Technik der Cyanotypie auseinander und gestalteten beeindruckende Selbstporträts in leuchtendem Blau.

Zunächst stellten die Jugendlichen ihr eigenes lichtempfindliches Papier her. Dafür wurde eine Emulsion aus Eisensalzen mit Pinseln auf Aquarellpapier aufgetragen und anschließend im abgedunkelten Raum getrocknet. Dieser Prozess verlangte Genauigkeit und Geduld – machte die Schülerinnen und Schüler aber gleichzeitig mit einer analogen Form der Bildherstellung vertraut.

Die Bildbelichtung erfolgte im Freien: Transparente Folien mit den Motiven wurden auf das vorbereitete Papier gelegt und mithilfe von Sonnenlicht belichtet. Nach etwa 15 Minuten wurde das Papier ausgewaschen – und die typischen blau-weißen Bilder kamen zum Vorschein.

Was ist Cyanotypie?

Die Cyanotypie ist eines der ältesten fotografischen Verfahren und wurde 1839 entwickelt. Durch Sonnenlicht verändern sich bestimmte Eisenverbindungen auf dem Papier und bilden den Farbstoff Berliner Blau. Die nicht belichteten Stellen werden beim Wässern ausgewaschen, während das Bild dauerhaft sichtbar bleibt. Früher wurde diese Technik vor allem für technische Zeichnungen („Blaupausen“) verwendet, heute findet sie vor allem im künstlerischen Bereich Anwendung.

Die entstandenen Arbeiten überzeugten durch starke Kontraste, klare Formen und eine besondere Bildwirkung. Gleichzeitig ermöglichte das Projekt einen spannenden Einblick in die Verbindung von Kunst, Chemie und Fotografie – ganz ohne digitale Hilfsmittel.